Unsere Geschichte
1800
Heinrich Ferdinand Schuldt, geb. am 17. Oktober 1840 in Hamburg, begründete am 5. Januar 1868 in Flensburg, das kurz zuvor königlich preußische Provinzstadt geworden war und dessen Hafen bis zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals 1895 stetig an Bedeutung gewinnen sollte, seine Selbstständigkeit als Einzelkaufmann H. Schuldt mit einem "Schiffsbefrachtungs-, Clarirungs-, Commissions- und Speditions-Geschäft".
Zuvor hatte er eine Lehre in einem Hamburger Handelshaus absolviert und während eines Wechsels nach Rendsburg Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Schifffahrts- und Transportwesen, Spedition und Assekuranz erworben. Bereits im zweiten Jahr seiner Existenz konnten die Verluste des Startjahres ausgeglichen werden.
Die Einrichtung einer Filiale in Holnis, einer Enge am Eingang der Flensburger Förde, in der Segelschiffe extrem vorsichtig und langsam navigieren mussten, verschaffte H. Schuldt den entscheidenden Vorteil, bereits sehr früh vor Anlaufen des Hafens Kapitänen seine Klarierungsdienste anbieten zu können und führte zur Einrichtung der ersten Telefonleitung außerhalb Flensburgs.
Darüber hinaus betrieb das Unternehmen Handel mit Eisen, Mauersteinen und Hölzern, die in einem eigens angemieteten Lager auf den Weitertransport zu den Käufern mit dem eigenen Fuhrpark warteten.
Mit der 1869 einsetzenden Gründungswelle von Schifffahrtsunternehmen in Flensburg florierte insbesondere das Befrachtungs- und Klarierungsgeschäft, in dessen Folge H. Schuldt 1875 ein erstes Reederei-Engagement mit einer 7/16 Beteiligung an dem 81 BRT Bramsegelschoner MINNA einging, welche das Reederei-Geschäft begründen sollte.
Strategie von H. Schuldt war es, sich mit geringen Beteiligungen an zahlreichen Flensburger Partenreedereien den Zugang zu deren Befrachtungs- und Klarierungsgeschäft zu sichern. Darüber hinaus gehörten ein Jahrzehnt nach seiner Gründung nicht nur alle Reedereien, Importeure und Ablader Flensburgs zu seinen Kunden, sondern zahlreiche weitere namhafte Firmen in den Häfen der damals langen deutschen Küste. Dies führte dazu, dass H. Schuldt bis zu seinem Umzug nach Hamburg 1933 das führende regionale und überregionale Befrachtungshaus in Flensburg blieb. Es sorgte sich nicht nur um auskömmliche Beschäftigung der eigenen Tonnage, sondern arbeitete auch für andere Reedereien, die den breiten Erfahrungsschatz des Hauses sehr schätzten. Das Geschäft für Rechnung Flensburger Importeure bestand vornehmlich aus Holz aus Finnland und Schweden, Ölkuchen aus Frankreich, Kohle aus Großbritannien und Reis aus Burma.
Ein weiterer Meilenstein des Unternehmens war 1881 der Bezug des ersten eigenen Wohn- und Geschäftshauses an der Schiffbrücke 21, welches die Firma, die Familie, und Lehrlinge von außerhalb beherbergte.
1900/2000
Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals und der Abtretung Nord-Schleswigs an Dänemark verlor der Hafen von Flensburg zunehmend an Bedeutung, was das Klarierungsgeschäft immer rückläufiger werden ließ. Der Markt für Befrachtung war ohnehin Hamburg. Dies war ausschlaggebend für die Entscheidung, den Firmensitz nach Hamburg zu verlegen. Dementsprechend wurden am 1. Mai 1933 Büroräume am heutigen Ballindamm 8 bezogen, wohin alle Mitarbeiter und Lehrlinge folgten. Erst 1992 bezog das Untenehmen ein neues Domizil im damaligen Hamburger Freihafen am Brooktor 11.
Das hauptsächliche Augenmerk der Aktivitäten lag auf der Beschäftigung der eigenen Tonnage, insbesondere in Bezug auf Basisladungen für den ausgehenden und heimkehrenden Linienverkehr ins Mittelmeer und zum US-Golf und zur US-Ostküste, sowie der eigenen Kühlschiffsflotte. Aus letzterer entwickelte sich später die exklusive Kühlschiffsbefrachtung für ein dem Hause nahe stehendes Fruchthandelsunternehmen. Gleichzeitig entwickelte sich ein sehr aktives Competitive Chartering, welches 1953 durch einen Abschluss mit einem Deutschen Reeder für Autos vom Kontinent nach Indonesien begann. Ebenso wurden die Segelschulschiffe PAMIR und PASSAT regelmäßig durch das Haus für ihre Südamerika Rundreisen ausgehend mit Stückgütern, heimkehrend mit Getreide für die Bundesreserve befrachtet. Dies endete jedoch mit dem tragischen Untergang der PAMIR bei den Azoren im September 1957.
Es wurden zunehmend weltweite Kontakte mit einem Schwerpunkt auf dem Balkan entwickelt, insbesondere nach Albanien, Bulgarien und Rumänien, wo sehr erfolgreich sowohl Ladungen als auch Schiffe dort ansässiger Reedereien befrachtet wurden. Die entsprechenden Ladungen reichten von Holz über Kohle und Düngemittel bis hin zu Getreide und Stückgütern.
Nach Gründung der Deutschen Nah-Ost Linie DNOL, deren einer Partner H. Schuldt über seine Deutsche Orient Linie war, erhielt H. Schuldt die exklusive Befrachtung für den Tonnagebedarf der Linie sowie die Möglichkeit der Befrachtung ihrer Schiffe, die über viele Jahre sehr erfolgreich durchgeführt wurde.
Mit der Schwerpunktausrichtung der Schuldt-Flotte auf Containerschiffe zu Beginn der 80er Jahre erwarb das 2002 als H. Schuldt Shipbrokers ausgegründete Unternehmen eine weitere Kompetenz im Containerverkehr mit weltweiten Kontakten zu allen wichtigen Charterern, Reedern, Maklern und Finanzierungshäusern dieses Marktes, welche sowohl im Competitive Chartering als auch im An- und Verkauf steigenden Erfolg beweist.


